“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (2024)

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test Schatten über dem Paradies

Düsseldorf · Am 2. Juli veröffentlichte Square Enix mit „Dawntrail“ die fünfte Erweiterung des erfolgreichen MMO „Final Fantasy XIV“. Wir sind mit dem Bund der Morgenröte nach Tural gesegelt und haben die Stärken und Schwächen des Addons analyisiert.

09.07.2024, 11:08 Uhr

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (1)

Rund drei Jahre nach dem Release der erfolgreichen Erweiterung „Endwalker“ startet Square Enix mit „Dawntrail“ in ein neues Kapitel. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Geschichte um Hydaelyn, Zodiark und den Bund der Morgenröte gilt damit als abgeschlossen. Natürlich heißt das nicht, dass wir uns von Alisaie, Alphinaud, Krile und ihren Freunden verabschieden müssen. Aber das neue Addon lässt uns eine ganz neue Geschichte erleben. Und die führt uns auf den tropischen Kontinent Tural, wo unsere Kriegerin des Lichts neue Abenteuer auf Stufe 100 erleben durfte.

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (2)

Nervig, nerviger, Wuk Lamat

Als große Fans der „Endwalker“-Story mussten wir mit dem neuen Erzählstrang erst mal warm werden. Und sind uns nach wie vor nicht sicher, was wir von Wuk Lamat, der neuen Heldin im Team, halten sollen. Für uns passt die Hrothgar-Dame nicht so wirklich in die Gruppe, ist zu impulsiv und zu unreif. Andere Spieler mögen das an ihr schätzen, uns hat es aber irgendwann nur noch genervt. Leider nimmt Wuk Lamat innerhalb der Handlung einen sehr großen Teil ein, weshalb wir viele Gespräche irgendwann nur noch durchgeklickt haben.

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (3)

Und auch sonst haben wir überraschend viele Frust-Momente erlebt. Die ersten Spielstunden zogen sich wie Kaugummi und wirkten auf uns sehr langatmig und eintönig. Das liegt vor allem am Quest-Design, das zu Beginn des Spiels fast ausschließlich auf „Rede mit X“ oder „Begleite Y“-Aufgaben besteht. Natürlich hat das alles seinen Sinn, denn die Spieler sollen die Gebiete ja erst mal kennenlernen. Aber unterhaltsam ist das nicht wirklich. Glücklicherweise nimmt die Story zum Ende der Erweiterung ordentlich Fahrt auf, wird anspruchsvoller und verzwickter. Und vor allem emotionaler, denn genau für diese großen Gefühle lieben wir „Final Fantasy XIV“ am Ende doch.

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Ein Paradies am Abgrund

Der Kontinent Tural besteht aus den Gebieten Yok Tural und Xak Tural und orientiert sich stilistisch an Südamerika und den Südstaaten der USA. Während das Startgebiet uns in eine trubelige Inka-Stadt versetzt, wirken die Sheshenewezi-Quellen und Hhusatahwi wie einem Western entsprungen. Tropische Regenwälder, blühende Wiesen und imposante Tempelanlagen auf der einen Seite, Goldgräber-Charme, Holzhütten und Windräder auf der anderen. Und dann wäre da noch Ewiges Erbe, das mit seinen violetten Blitzen und dem schwarzen Himmel völlig aus der Reihe fällt.

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Für Weltenbummler und Entdecker bietet das World-Design also einiges. Ob man den tropischen Stil mag, ist Geschmackssache, aber die Umsetzung ist definitiv sehr gelungen. Uns hat etwas der verträumte Fantasy-Stil der alten Erweiterungen gefehlt, aber das ist natürlich kein echter Kritikpunkt. Auch die Dungeons wurden abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Sie heben sich thematisch deutlich voneinander ab und versetzen unsere Helden sogar in längst vergessene Welten. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber einer der Dungeons orientiert sich sehr stark an der Welt eines Final Fantasy-Klassikers…

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Schluss mit Rushen

Apropos Dungeons: Die Zeiten, in denen man brainafk durch die Inhalte rushen konnte, sind definitiv vorbei. Als Heiler fanden wir die neuen Bosse und Mechaniken durchaus fordernd. Der Mana-Verbrauch ist gestiegen und wir müssen nun gründlich überlegen, welchen Zauber wir in welcher Situation einsetzen. In manchen Dungeons ließen schon normale Gegner-Gruppen unseren Mana-Vorrat ordentlich sinken. Gut, dass die NPC-Begleiter weiterhin einen soliden Job machen und vorbildlich aus schädlichen Effekten herauslaufen. Schwieriger wird es, wenn wir mit menschlichen Begleitern spielen. Denn die tun sich schwer, ihre Verhaltensmuster zu ändern und stürmen immer noch in ohne Rücksicht auf Verluste von Boss zu Boss.

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Wir sind uns allerdings sicher, dass Square Enix an diesen Dingen noch schrauben wird. Als erfahrene MMO-Spieler wissen wir, dass es zu Beginn jeder Erweiterung Probleme mit dem Balancing gibt. Und meist sind es die Heiler, die in den ersten Wochen kaum hinterherkommen. Erfahrungsgemäß passiert in diesem Bereich noch einiges, so dass wir diesen Punkt im Moment nicht so kritisch sehen. Mit verbessertem Equip und zusätzlicher Erfahrung dürfte sich das Problem im Laufe der nächsten Wochen sowieso in Luft auflösen.

Viper und Pictomancer

Da wir uns überwiegend auf den White Mage konzentriert haben, können wir noch nicht allzu viel zur Viper und zum Pictomancer sagen. Nach den ersten Eindrücken konnten uns beide Klassen aber noch nicht komplett überzeugen. Die Viper spielt sich geschmeidig und macht Spaß, hat aber kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal und wirkt in Sachen Klassendesign eher durchschnittlich. Rüstung, Waffen und Fähigkeiten haben auf uns einen etwas farblosen Eindruck gemacht. Das mag aber auch daran liegen, dass Schurken, Krieger und andere Melee-Klassen uns persönlich einfach weniger liegen.

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (8)

Der Pictomancer hingegen überzeugt mit seinem kreativen Design. Wie cool ist es, mit Pinsel und Farbe in den Kampf zu ziehen und Bomber oder Mogrys auf den Gegner zu hetzen? Leider ist die Mechanik der Klasse nicht gerade einsteigerfreundlich und wir haben in den ersten Spielstunden nicht ganz durchblickt, wie die Farben denn nun gemischt werden müssen. Auch hätten wir uns gewünscht, die „beschworenen“ Monster länger an unserer Seite zu behalten. Denn aktuell verschwinden sie nach dem Angriff direkt wieder. Hier hat Square Enix definitiv Potenzial liegen lassen, denn die Mechanik an sich macht extrem viel Spaß.

Und sonst so?

Als jahrzehntelange Fans der „Final Fantasy“-Reihe und treue FFXIV-Spieler möchten wir „Dawntrail“ uneingeschränkt feiern. Aber als Journalisten müssen wir uns einfach der Tatsache stellen, dass die Erweiterung durchaus ihre Schwächen hat. Die Story kommt nur langsam in Gang und fokussiert sich viel zu sehr auf Wuk Lamat. Gegen Ende wird sie dann plötzlich so verwirrend, dass gerade Einsteiger Probleme mit dem Verständnis haben könnten. Verschmelzende Dimensionen und reisende Welten? Driftet nach dem Remake von „Final Fantasy VII“ nun auch FF14 in ein Wirrwarr aus Paralleluniversen und wechselnden Handlungssträngen ab?

“Final Fantasy XIV: Dawntrail“ im Test: Schatten über dem Paradies (9)

Glücklicherweise fängt sich die Handlung schnell wieder. Leider hat uns auch das Design der Rüstungen und Waffen etwas enttäuscht. Hier hätten wir uns mehr Einfallsreichtum und Liebe zum Detail gewünscht. Besonders die Klassen-Rüstungen sehen aktuell einfach nur langweilig aus und lassen uns wehleidig auf frühere Erweiterungen blicken. Auch an anderen Stellen fühlt sich das Spiel aktuell noch etwas unausgereift an. So ist der Soundtrack zwar toll umgesetzt, kommt aber nicht an „Endwalker“ und Songs wie „Close in the Distance“ heran. In diesem Punkt setzen wir unsere Hoffnung auf kommende Content-Updates.

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Fazit

Wer „Final Fantasy XIV“ liebt, kommt an „Dawntrail“ nicht vorbei. Fans der bisherigen Story könnten aber Schwierigkeiten haben, in die Geschehnisse hineinzufinden. Auch die neuen Charaktere konnten uns bisher nicht wirklich überzeugen. Dafür bietet das Addon eine liebevoll gestaltete Spielwelt, die optisch ordentlich aufpoliert wurde. Die Dungeons sind knackig und dürften auch für Veteranen eine Herausforderung sein. Anfängern würden wir für den Einstieg eher eine der älteren Erweiterungen empfehlen.

„Final Fantasy XIV: Dawntrailist am 2. Juli 2024 für Playstation 5, Playstation 4, Xbox Series, Xbox One, Mac OS und PC erschienen. Hier geht es zum offiziellen Launch-Trailer.

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